Besuch der Hansestadt Wismar und der Insel Poel 2012

Bericht und Foto: PC-Freund Klaus Wriege

Am 05.06.2012 besuchten die PC-Senioren die Stadt Wismar und die Insel Poel. Um 7.00 Uhr ging es bei gutem Reisewetter los. Diesmal war ein Doppelstockbus erforderlich, weil sich viele Freunde und Gäste mit angemeldet hatten. Nach ca. 3 Stunden Reisezeit erreichten wir die Stadt Wismar. Der Bus setzte uns am Markt ab und wir konnten über diesen direkt vorbei an den Ständen zur Stadtinformation gehen.Dort erwartete uns schon eine Stadtführerin. Ein Teil der Fahrtteilnehmer, die links am Bus standen, bildeten die erste Reisegruppe. Der übrige Teil erhielt einen zweiten Stadtführer.

Unsere Begleiterin begann am Markt, wo der wunderschöne Brunnen, die holländische Wasserkunst, steht. Der Markt mit 100 x 100 m ist wohl einer der größten im Ostseeraum und zeugt von einer intensiven Handelstätigkeit der Bewohner der Stadt. Die den Markt umgebenden Gebäude mit ihrer hanseatischen Backsteingotik bis hin zu den schwedischen Backsteingiebelhäusern und das prunkvolle Rathaus prägen diesen riesigen Markt. Die hübsche Stadt Wismar war mit ihrem Hafen an der Ostsee ein mächtiges Mitglied der Hanse im 14. und 15. Jahrhundert. Später folgte eine 200 Jahre währende Besetzung durch die Schweden, die erst 1903 beendet wurde. Noch heute findet man Spuren der schwedischen Besetzung in der historischen Altstadt.

Der Reichtum der Stadt ergab sich aus der besonderen Lage der Stadt an der Ostsee und der damit möglichen Handelstätigkeit mit anderen Städten im Ostseeraum. Die vielen Bierbrauereien, die in der Stadt angesiedelt waren, unterstützten diese wirtschaftliche Entwicklung. Biere aus Wismar hatten einen guten Ruf und wurden weit in den Ostseeraum verschifft. Der intensive Handel erforderte eine starke Entwicklung der Schiffsflotte mit einer gut ausgebauten Hafenwirtschaft. Diese siedelte sich unterhalb der Altstadt an und hat sich bis heute kontinuierlich entwickelt. Schiffsbau und Hafenwirtschaft bestimmen auch heute noch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und das Leben der Menschen. Das Gebäude der Werft ist weithin sichtbar und auch bei der Fahrt durch die umliegenden Strassen der Stadt waren die Wohnbauten der Werftarbeiter aus verschiedenen Zeitabschnitten erkenbar.

Auffallend für die Stadt sind die gewaltigen Kirchen, die teilweise während des 2. Weltkrieges zerstört wurden. Von der Kirche St. Marien steht heute nur noch der 80 m hohe Kirchturm mit seiner großen Uhr. Die Kirche wurde zerstört und abgetragen. Die Grundmauern wurden bis ca. 1 m wieder aufgemauert und abgedeckt. Ob diese Kirche wieder aufgebaut wird, steht wohl noch nicht fest. Die Kirche St. Georgen wurde durch einen Luftangriff schwer beschädigt. Bis 1990 stand sie ungeschützt. Der Wiederaufbau der Kirche erfolgte bis zum Jahre 2010. Die St. Nikolai Kirche in der Nähe des Hafens ist mit dem 37 m hohen Kirchenschiff wohl das zweithöchste Bauwerk der Backsteingotik im Ostseeraum und wird weiter als Kirche genutzt.

Insgesamt wurden durch die Stadt Wismar 43 Mio. EURO zum Erhalt dieser 3 Kirchen aufgebracht. Diese Aufbauleistungen wurden gewürdigt. Seit 2002 sind die Stadt Wismar gemeinsam mit der Stadt Stralsund zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden.
Die Stadtführung führte und vorbei an weiteren historischen Bauten wie dem Fürstenhof mit seiner wunderschönen Fassade und auch der Sitz des Stammhauses Karstadt wurde uns vorgestellt. Nach ca. 1 Stunde wurden wir wieder an der Touristinformation verabschiedet. Die weitere Fahrt führte uns zum Mittagessen in einen anderen Stadtteil von Wismar, vorbei an den vielen Wohngebieten aus unterschiedlichen Zeitabschnitten mit Aussicht auf die Werft und den Hafen.

In einer kleinen Gaststätte wurden wir schon erwartet. Hier klappte die Versorgung schnell. Wir hatten bereits im Bus auf der Hinfahrt die Gerichte, die zur Auswahl standen, gewählt. Fisch oder Fleisch, wohlschmeckend zubereitet, landeten innerhalb kurzer Zeit auf unseren Tischen und alle Gäste wurden ausreichend versorgt. Danach fuhren wir mit dem Bus herum um die Stadt Wismar.

Die Insel Poel erreichten wir nach ca. 30 Minuten über einen Damm mit einer Brücke. In Kirchdorf nahmen wir die Reiseleiterin auf., die uns über die Historie der Insel berichtete. Diese hatte eine strategische Lage und wurde deshalb militärisch ausgebaut und genutzt. Heute dominiert die landwirtschaftliche und touristische Nutzung. Aber auch der Fischfang hat noch eine kleine Bedeutung.

Lange Jahre wurde durch die exponierte Lage der Insel die Rapszüchtung der DDR hier durchgeführt. Bis zu 75 % des Saatgutbedarfs der DDR wurden hier erzeugt. Heute ist das Ziel, das hohe Erholunspotential der Insel zu schützen und die Waage zwischen touristischer Entwicklung, Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz ständig zu sichern.
Der Reiseleiterin wurde für ihre einfühlsame Führung gedankt und in Kirchdorf verabschiedete sie sich von uns.. Die Heimreise wurde angetreten, nachdem wir in Gr.Strömkendorf noch vergeblich versucht hatten, in einem Café eine kleine Kaffeepause einzulegen. Das war nicht mehr möglich und erinnerte uns an alte Zeiten. Trotzdem traten wir geschafft und zufrieden die Heimfahrt an. Es war ein wunderschöner Tag mit vielen neuen Eindrücken.


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